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Androgenetische Alopezie

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Androgenetische Alopezie
Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls. Aufgrund einer übermäßigen Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Hormonen sind Männer häufiger betroffen, jedoch auch Frauen können darunter leiden.

Progressiver Haarausfall
Androgenetische Alopezie äußert sich zunächst durch feiner werdendes Haar, anschließend durch Ausdünnen und letztendlich in bestimmten Fällen durch den vollständigen Haarverlust in bestimmten Bereichen der Kopfhaut. Haarausfall verläuft grundsätzlich schrittweise, kann jedoch auch regelmäßig und sprunghaft auftreten, insbesondere bei anhaltendem Stress oder Müdigkeit. Der Rhythmus des Haarausfalls ist von einem Menschen zum nächsten sehr unterschiedlich.
Die androgenetische Alopezie beginnt häufig in einem Alter zwischen 40 und 50 Jahren, kann jedoch in einigen Fällen bereits in der Pubertät beobachtet werden. Wenn sie bereits frühzeitig auftritt, prägt sie sich im Allgemeinen im Laufe der Zeit stärker aus. Betroffen sind in erster Linie Männer: Davon 50 % ab einem Alter von 50 Jahren. Jedoch sind 15 bis 20 % der Frauen im Laufe ihres Lebens ebenfalls betroffen.

Die vorzeitige Alterung der Haarfollikel
Die androgenetische Alopezie ist auf eine übermäßige Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen zurückzuführen. Diese männlichen Hormone, insbesondere das Testosteron, koppeln sich an das in den Haarfollikeln der Kopfhaut enthaltene Enzym 5α-Reduktase an und erzeugen ein anderes Hormon namens DHT.
Letzteres übt eine übermäßige Stimulation auf die Haarfollikel aus und beeinträchtigt somit ihren Lebenszyklus. Zunächst vermindert sich die Dauer der Anagenphase (Wachstumsphase des Haars), was zu vermehrtem Haarausfall führt. Gleichzeitig verzögert sich der darauf folgende Wachstumszyklus, und die Haarfollikel erzeugen immer feinere Haare, bis ihre Produktionsfähigkeit erschöpft ist und vollständig zum Erliegen kommt. Die Haare fallen aus, die Follikel ziehen sich in die Dermis zurück, und die Haut wird glatt.
Allerdings ist die Menge der männlichen Hormone bei der androgenetischen Alopezie nicht ausschlaggebend: Es ist vielmehr die Reaktion der Haarfollikel, die eine Anomalität aufweist. Diese Überempfindlichkeit ist in den meisten Fällen erblich bedingt, jedoch sind die genetischen Mechanismen der Alopezie komplex, und sie ist bislang nur schwer prognostizierbar.

Eine charakteristische Verteilung
Bei Männern beginnt das durch androgenetische Alopezie bedingte Ausdünnen des Haupthaars im Allgemeinen an den Schläfen oder an der Stirn, setzt sich am Hinterkopf (Tonsur) fort und breitet sich schließlich an den Seiten des Oberkopfes aus. Jeder Mann besitzt jedoch ein individuelles Verlaufsprofil. In allen Fällen verbleibt eine Haarkrone im unteren Bereich des Kopfes, da die Haare in dieser Zone keine Rezeptoren für Androgene besitzen.
Bei Frauen konzentriert sich der Haarausfall auf andere Bereiche. In den meisten Fällen ist bei ihnen der Oberkopf um den Mittelscheitel herum betroffen. Diese Zone weitet sich schrittweise aus, bis auch die Rückseite des Kopfes betroffen ist. Eine schmale Linie im Stirnbereich bleibt im Allgemeinen verschont.
In selteneren Fällen beobachten Frauen das Ausdünnen ihrer Haare an Stirn und Schläfen, wie bei Männern: Dies kann ein Anzeichen für eine hormonelle Störung sein.