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Haarausfall bei Frauen

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Haarausfall bei Frauen
Während Haarausfall in erster Linie unter Männern zu beobachten ist, betrifft er auch zahlreiche Frauen und stellt für sie in ästhetischer Hinsicht eine besondere Belastung dar. Um das nur schwer rückgängig zu machende Ausdünnen des Haares zu vermeiden, ist es von grundlegender Bedeutung, bereits bei den ersten Anzeichen eine Behandlung einzuleiten.

Die verschiedenen Typen weiblichen Haarausfalls
Der weibliche Haarausfall kann auf verschiedenen Ursachen beruhen und vielseitige Formen annehmen. Für eine effiziente Behandlung ist es wichtig, seine Ursache zu bestimmen.

• Androgenetische Alopezie
Obgleich sie sehr viel seltener auftritt als bei Männern, ist die androgenetische Alopezie bei der Frau die Hauptursache für Haarausfall. Sie repräsentiert 80 % der Fälle und betrifft 15 bis 20 % der Frauen im Laufe ihres Lebens.
Androgenetische Alopezie äußert sich zunächst durch feiner werdendes Haar und anschließend durch progressives Ausdünnen in bestimmten Bereichen der Kopfhaut. Bei Frauen ist Haarausfall in den meisten Fällen auf dem Oberkopf um den Mittelscheitel herum zu beobachten. Diese Zone weitet sich schrittweise aus, bis auch die Rückseite des Kopfes betroffen ist. Die Stirn bleibt im Allgemeinen verschont. In selteneren Fällen beobachten Frauen das Ausdünnen ihrer Haare an Stirn und Schläfen.
Die androgenetische Alopezie ist auf eine übermäßige Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen zurückzuführen. Diese männlichen Hormone, die auch im weiblichen Organismus vorhanden sind, verursachen eine Beschleunigung des Lebenszyklus des Haars, wodurch die Produktionsfähigkeit des Haarfollikels erschöpft wird. Schließlich werden keine neuen Haare mehr gebildet, und das Haar wird dünner.
Allerdings produzieren Frauen eine bedeutend geringere Menge an männlichen Hormonen als Männer, und ihre Wirkung wird durch die weiblichen Hormone ausgeglichen. Daher ist die weibliche Alopezie grundsätzlich weniger schwerwiegend als bei Männern: Das Haar kann stark ausdünnen, fällt jedoch nicht vollständig aus.
Aufgrund der hormonellen Schwankungen, mit denen die Pubertät, die Mutterschaft und die Wechseljahre einhergehen, begünstigen diese Lebensphasen besonders das Auftreten oder Erschweren einer androgenetischen Alopezie.
Wenn Sie mehr über die androgenetische Alopezie erfahren möchten, lesen Sie das Ratgeberblatt zu diesem Thema.

• Vorübergehender Haarausfall
Im Gegensatz zur androgenetischen Alopezie ist vorübergehender Haarausfall (bzw. das telogene Effluvium) in diffuser Form zu beobachten, betrifft also das gesamte Haupthaar. Diese Form von Haarausfall kann sehr stark ausgeprägt sein, dauert jedoch nur wenige Monate an.
Das telogene Effluvium wird besonders häufig in den Monaten nach einer Entbindung beobachtet, kann jedoch auch infolge eines chirurgischen Eingriffs, einer emotionalen Belastung oder eines Jahreszeitenwechsels (Frühjahr und Herbst) auftreten. Die Ursachen können auch in einem Nährstoffmangel liegen, insbesondere im Falle einer strengen Diät oder extremer Müdigkeit.
Wenn Sie mehr über das telogene Effluvium erfahren möchten, lesen Sie das Ratgeberblatt zu diesem Thema.

• Haarausfall durch Zugeinwirkung
Einige sehr strenge Frisuren (Dutt, Pferdeschwanz, Zöpfe) können die Haarwurzeln einer übermäßigen Zugkraft aussetzen. Wenn sie zu häufig getragen werden, können diese Frisuren Haarausfall, eine Entzündung der Kopfhaut und feiner nachwachsendes Haar verursachen. Dieses Phänomen tritt häufig bei krausem Haar auf.
Trichotillomanie, eine nervöse Störung, deren Betroffene an den Haaren herumzupfen oder sie gar herausreißen, kann dieselben Folgen nach sich ziehen. Sie tritt bei Frauen häufiger auf.

• Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Kreisrunder Haarausfall äußert sich durch das spontane Auftreten kreisrunder Bereiche glatter Kopfhaut, deren Haare vollständig ausgefallen sind. Diese noch unzureichend erforschte entzündliche Erkrankung scheint im Zusammenhang mit einer Autoimmunkrankheit zu stehen: aus einem bislang unbekannten Grund greift das Immunsystem plötzlich die Haarfollikel an und bringt ihre Aktivität zum Erliegen. In den meisten Fällen heilt kreisrunder Haarausfall nach einigen Monaten spontan ab, kann jedoch häufig wiederkehren. Sowohl Frauen als auch Männer sind gleichermaßen betroffen, besonders in einem Alter unter 20 Jahren.
Wenn Sie mehr über kreisrunden Haarausfall erfahren möchten, lesen Sie das Ratgeberblatt zu diesem Thema.

Behandlung von Haarausfall bei Frauen
Bei der Frau wird die Alopezie oftmals als wahrhaftiges Handicap wahrgenommen. Zur maximalen Eingrenzung des Haarausfalls und seiner psychologischen Folgen ist es grundlegend, so früh wie möglich zu handeln. Die Behandlungen zeigen nämlich eine viel effizientere Wirkung, wenn noch ausreichend Haare vorhanden sind. Suchen Sie also Ihren Dermatologen auf, sobald Sie merken, dass Ihr Haar dünner wird. Gemeinsam mit Ihnen ermittelt er die Ursache Ihres Haarausfalls und leitet die geeignete Behandlung ein: lokale Behandlung, oral zu verabreichende Arzneimittel oder Chirurgie in den schwersten Fällen.
Gleichzeitig ermöglicht eine ausgewogene Ernährung besonders reich an Eiweißen, Eisen, Zink, Magnesium und Vitaminen, Mangelerscheinungen vorzubeugen, die das Haar schädigen. Vermeiden Sie im Alltag auch zu strenge Frisuren und aggressive Praktiken, wie chemische Färbemittel, Haartrockner, Glätteisen usw.
Schließlich leisten dermatologische Pflegeprodukte sowie nahrungsergänzende Präparate allein oder parallel zu einer medikamentösen Behandlung ebenfalls einen Beitrag zur Bekämpfung von Haarausfall. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Apotheker.
Wenn Sie mehr über die Prävention und Behandlung von Haarausfall erfahren möchten, lesen Sie das Ratgeberblatt zu diesem Thema.