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Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall)

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Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall)
Kreisrunder Haarausfall ist eine bislang noch unzureichend erforschte Form der Alopezie und äußert sich durch das plötzliche Auftreten kreisrunder Kahlstellen. Sie tritt häufiger auf, als weitgehend angenommen wird (1 % der Bevölkerung) und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen, jedoch häufig in einem Alter unter 20 Jahren.

Plötzlicher lokaler Haarausfall
Kreisrunder Haarausfall äußert sich durch das plötzliche Ausfallen aller Haare in einem oder mehreren Bereichen der Kopfhaut. Es erscheinen wenige Zentimeter große, kreisrunde Kahlstellen mit glatter Haut, die sich oftmals im hinteren Randbereich des Kopfes befinden (im oberen Nackenbereich und um die Ohren herum). Diese Kahlstellen können sich nach und nach ausweiten und bilden schließlich große, haarlose Hautflächen. In ihrem Umkreis ist eine Zone zu beobachten, die von kurzen Härchen bewachsen ist (1 bis 2 cm), die in Richtung der Wurzel ungewöhnlich fein werden.
Kreisrunder Haarausfall kann jedoch auch andere Zonen betreffen. Die Kahlstellen können sich im Bartbereich, an den Augenbrauen oder in jeglichen anderen behaarten Körperzonen bilden.
In den meisten Fällen (95 %) umfasst kreisrunder Haarausfall nur wenige Kahlstellen am Kopf oder Körper. In seltenen Fällen kann es allerdings vorkommen, dass er die gesamte Kopfhaut (man spricht von Alopecia totalis) oder sogar den ganzen Körper (Alopecia universalis) befällt.
Vom kreisrunden Haarausfall sind Männer und Frauen gleichermaßen, jedoch Menschen mit dunklem Haar und in jungem Alter häufiger betroffen.

Bislang weitgehend unbekannte Ursachen
Die Ursachen des kreisrunden Haarausfalls sind bis heute noch unzureichend erforscht. Er scheint mit einer entzündlichen Autoimmunerkrankung in Verbindung zu stehen. Aus einem bislang unbekannten Grund greift das Immunsystem die Haarfollikel stark an und bringt ihre Aktivität zum Erliegen, ohne sie jedoch zu zerstören. Während sich die Kopfhaut bei anderen Formen der Alopezie glättet, bleiben die Haaröffnungen im Falle des kreisrunden Haarausfalls erhalten. Die Haarfollikel befinden sich in einer Ruhephase, sind jedoch bereit, ihre Aktivität wieder aufzunehmen.
Auch Stress spielt anscheinend eine wichtige Rolle beim kreisrunden Haarausfall. In vielen Fällen haben die Betroffenen in den vorangehenden Wochen oder Monaten eine emotionale Belastung (Todesfall, Scheidung, starke Angst, radikaler Lebenswandel usw.) durchlebt.
Schließlich ist kreisrunder Haarausfall auch erblich bedingt: Von 20 % der Menschen, die unter kreisrundem Haarausfall leiden, sind die nahen Verwandten ebenfalls betroffen.

Variabler Fortschritt
In den meisten Fällen heilt kreisrunder Haarausfall spontan ab, und die Haare bilden sich nach wenigen Monaten wieder zurück, selbst wenn keine Behandlung eingeleitet wird. Das Nachwachsen beginnt häufig mit feinem weißem Flaum, der schließlich durch immer dicker werdendes Haar mit neuen Pigmenten ersetzt wird.
In schwereren Fällen (Alopecia totalis oder Alopecia universalis) ist die Prognose jedoch weniger optimistisch, das Haar wächst nur unzureichend nach und gewinnt seine ursprüngliche Dichte nicht zurück.
Außerdem ist kreisrunder Haarausfall ein häufig wiederkehrendes Phänomen. Die Hälfte der betroffenen Menschen haben Rezidive durchlebt, die manchmal mehrere Jahre nach dem ersten Krankheitsfall auftreten können.
Um die Chancen zu erhöhen, die ursprüngliche Haardichte zurückzugewinnen, und um die Risiken von Rückfällen einzugrenzen, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen, sobald Sie eine kreisrunde Kahlstelle entdecken. Durch verschiedene lokale oder orale Behandlungen wird ermöglicht, die Autoimmunreaktion, von welcher kreisrunder Haarausfall verursacht wird, einzudämmen und das Nachwachsen des Haares zu stimulieren.