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Telogenes Effluvium

Telogenes Effluvium
Das in Form von plötzlichem und häufig stark ausgeprägtem Haarausfall auftretende telogene Effluvium wird oftmals als sehr beunruhigend empfunden. Jedoch ist es im Allgemeinen nur ein vorübergehendes Phänomen, und das Haar erhält nach wenigen Monaten seine normale Dichte zurück.

Plötzlicher diffuser Haarausfall
Jedes einzelne unserer Haare durchläuft einen in drei Phasen unterteilten Lebenszyklus: die Anagenphase, in welcher es wächst; die Catagenphase, in welcher sein Wachstum zum Stillstand kommt; und die Telogenphase, in welcher es abstirbt und ausfällt. Anschließend wird ein neues Haar gebildet, und der Zyklus schließt sich. Zu jeglichem Zeitpunkt befinden sich etwa 90 % unserer Haare in der Anagenphase.
Man spricht von einem telogenen Effluvium, wenn der Anteil der Haare in der Telogenphase stark ansteigt und in bestimmten Fällen bis zu 30 % erreichen kann. Man beobachtet einen plötzlich auftretenden, stark ausgeprägten und diffusen Haarausfall auf der gesamten Kopfhaut. Im Allgemeinen ist dieser Haarausfall von vorübergehender Natur und dauert nur einige Wochen bis wenige Monate an.

Physiologische oder psychologische Ursachen
Das telogene Effluvium kann verschiedene Ursachen haben:
– Mutterschaft: In den Monaten nach einer Entbindung beobachtet man häufig stärker ausgeprägten Haarausfall.
– Jahreszeitenwechsel, insbesondere im Frühjahr und im Herbst.
– Extreme Müdigkeit.
– Eine sehr strenge Diät.
– Mangel an Nährstoffen, insbesondere Eisen, Zink, Calcium oder Magnesium.
– Emotionale Belastungen (Scheidung, Todesfall …) oder anhaltender intensiver Stress.
– Depressionen.
– Einnahme bestimmter Arzneimittel, beispielsweise Antidepressiva.
– Chirurgische Eingriffe.
Da das Haar nach seinem Absterben noch 2 bis 3 Monate an der Kopfhaut verankert bleibt, muss die Ursache des telogenen Effluviums etwa 3 Monate vor dem Beginn des Haarausfalls liegen.

Behandlung des telogenen Effluviums
Das telogene Effluvium lässt sich glücklicherweise erfolgreich behandeln. In den meisten Fällen heilt es spontan wieder ab. Der Haarausfall normalisiert sich nach einigen Wochen oder Monaten, und das Haar erhält Schritt für Schritt seine gewöhnliche Dichte zurück.
Sollte das Phänomen jedoch länger andauern, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache zu ermitteln. Er kann ein Blutbild verschreiben, um mögliche Mangelerscheinungen festzustellen, und/oder ein Trichogramm, eine eingehende Untersuchung des Haares. Anschließend leitet der Arzt eine der Ursache des telogenen Effluviums entsprechende Behandlung ein, beispielsweise eine Kur mit für die Gesundheit des Haares grundlegenden Vitaminen und Nährstoffen.